Instrument

Chordeograph 1

Performances

Chordeograph 2

Neukonstruktion mit erweitertem Klangspektrum

Chordeograph 2 wurde aus der Initiative einer spezifischen Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten und des Klangspektrums bisher existierender Saiteninstrumente entwickelt.

Das Instrument entstand in zwei Versionen: 2008–2009 die erste, 2010–2012 die zweite. Saitenberechnung sowie Steg- und Sattelkonstruktion mussten dafür vollständig erneuert werden, um eine kontinuierliche Transformation vom breitbandigen Rauschen zum Unisono mit rein akustischen Mitteln zu erreichen.

In der ersten Version projizierten 32 Linienlaser-Module grafische Partituren als zeitgebundene Folge von Leitstrahl-Konstellationen auf die Saiten. Die Information der Partitur wurde so vollständig in das Instrument integriert. In der Justierung erwiesen sich die Lineinlaser-Module jedoch als zu unflexibel und boten zudem keine Möglichkeit sie an eine Positionsverfolgung und Analyse des realen Spiels anzubinden. In der zweiten Version wurden sie verworfen.

Mitwirkende
Gero Koenig (Konstruktion, akustische Anlage und Saitenberechnung), Alexander Bittmann (Instrumentenbau), Peter Kelemen (Basssaiten), Ulrich Dernbach und Ernst Grigo, Metall & Mehr (Metallarbeiten), Dr. Dr. Arnold Esper (Steuerungshardware Laserinterface, 2008–2009), Jonas Förster, ICEM Essen (Programmierung Laserinterface, 2008–2009), Bernd Wendt (Design)

Chordeograph 2, erste Version: 32 Linienlaser projizieren graphische Partitur Informationen auf die Saiten
Chordeograph 2, erste Version: grafische Partitur, projiziert von 32 Linienlaser-Modulen auf die Saiten.
Chordeograph 2, erste Version
Chordeograph 2 im Spiel, rechts die Partiturvisualisierung
Chordeograph 2, zweite Version, Spieler mit Partitur

Performances

Chordeograph 3

Erweiterter Resonanzkörper – ein Zwischenschritt

Chordeograph 3, ab September 2020 als Neukonstruktion begonnen, erwies sich als Zwischenschritt: 185 zusätzliche, auf der Rückseite des Korpus gespannte Resonanzsaiten sollten höhere Resonanzen als Einzeltöne in hybrid-akustischer Qualität erschließen. Die klanglichen Möglichkeiten übersteigen jedoch die von Chordeograph 2 nicht. Aus diesem Befund entstand der Ansatz, der Chordeograph 4 AR prägt: statt weiterer mechanischer Resonatoren eine integrierte Audioanalyse aus Tonabnehmer-Array, zeitlich hochaufgelöster Frequenzanalyse und laserbasierter Positionserkennung – und darauf aufbauend die Rückkopplung auf die Saiten über den Körperschallwandler.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Chordeograph 3, Neukonstruktion mit erweitertem Resonanzkörper
Chordeograph 3, Rückseite des Korpus mit 185 zusätzlichen Resonanzsaiten

Chordeograph 4 AR

Erweiterte hybride Akustik und webbasiertes Konzertsetting

Ziel der Entwicklung ist es, die unvergleichliche Fülle komplexer mechanischer Schwingungen der Saiten interaktiv zu erschließen, um Klangtransformationen aus dem Bereich der elektronischen Musik und Computermusik zu einem greifbareren Konzerterlebnis zu machen.

Chordeograph 4 AR, kurz C4AR, baut auf dem Resonanzkörper von Chordeograph 2 auf. Der akustische Korpus von 2013 wurde 2017 für Chordeograph AR um ein Wandlersystem für berührungsloses Spiel erweitert – in dieser Form 2018 im ZKM Karlsruhe präsentiert. C4AR ergänzt Tonabnehmer-Array und laserbasierte Positionserkennung. 

Augmented Analysis
Die aktuelle Entwicklung integriert eine laserbasierte Verfolgung von klangerzeugenden Werkzeugen wie Leisten und die detaillierte Analyse des Saitenklangs mittels eines Arrays von Tonabnehmern. Dies ermöglicht einen tieferen Einblick in die Klangerzeugung und erlaubt eine physische Interaktion mit den Saitenschwingungen in Echtzeit.

Durch die gezielte Anregung von Oberschwingungen – auch solcher, die im mechanisch erzeugten Klang nicht vorhanden sind – lassen sich Resonanzbereiche der Saiten (Formanten) aus dem Gesamtklang herausheben. Der Körperschallwandler regt die Saite an und strahlt zugleich über den Resonanzkörper ab – aus dieser Verschränkung entsteht die hybride Akustik des Instruments.

Augmented Reality
Durch digitale Datenübertragung und Körperscanning werden sowohl das anwesende als auch das entfernte Publikum eingeladen, Teil des Konzerterlebnisses zu werden. Über das Netz werden dabei ausschließlich Steuerdaten übertragen; der Klang entsteht am Instrument. Die Teilnehmenden können mittels modernster Visualisierungstechniken und intuitiver, gestenbasierter Steuerung ein breites Spektrum an Klangmodulationen erleben. 

Entwicklung
seit 2017 ARScore: Steuerungssoftware mit Multibot-Struktur
2017 Körperschallwandler für berührungsloses Spiel, Chordeograph AR
2022 Remote Feedbacks: Tests mit einzelnen elektromagnetischen Tonabnehmern, 
Steuerung der Rückkopplungen von entfernten Orten über das Netz
2022–2023 Laserbasierte Positionsverfolgung der Leisten
2023–2024 Multithreaded Audio-Engine in C++ für mehrkanalige Verarbeitung
2024 3D-Interface mit der TH Köln
2025 Neues Studio, Entwicklung von Pickup-Array und Feedbacksystem
Okt.–Dez. 2026 Erweitertes AR-Interface für interaktive Performances

Mitwirkende
Gero Koenig (Konzept, Instrumenten- und Softwareentwicklung), Alexander Bittmann (Instrumentenbau), Ulf Schaedla (elektromagnetischer Tonabnehmer, 2012–2014), Thomas Perizonius und Willi Blum (Pickup-System), Jan Wilczek (Grundgerüst der Audio-Engine in C++), Maximilian Timm (AR-Interfaces und Webanbindung), in Kooperation mit dem Institut für Medien- und Phototechnik der Technischen Hochschule Köln und dem storyLab kiU der Fachhochschule Dortmund

Förderung
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Musikfonds e.V., GEMA